Ich mags zum Beispiel, wenn der Fahrer der Straßenbahn aussteigt und mit dem Brecheisen die Weichen umstellt.
Ich mag die Offenheit in Polen: an vielen Orten sieht man Pärchen, die sich küssen und sich offensichtlich mögen. Und es wirkt überhaupt nicht vulgär oder deplaziert, sondern einfach nur schön.
Ich mag diese ausgeprägte Höflichkeit in Polen, die jedermann erfasst (abgesehen von Verkäuferinnen, die echt extrem unfreundlich sein können).
Ich mag den Gasherd und Gasofen bei uns in der Wohnung. Ich liebe es, auf einer Flamme zu kochen.
Ich mag Kartoffeln. Yes, I am from potatoe country. Und ich musste nach Polen gehen, um das zu realisieren. Kartoffeln mit Zwiebeln, mit Tomaten, mit Paprika, mit Curry, mit Salz und Pfeffer, mit Hühnchen, geraten, gekocht, kalt, mit Butter, zum Frühstück, zum Abendessen, zwischendurch, mit Schale, geschält.
Ich mag die vielen Leute, die anhalten, wenn man als hitchhiker an der Straße steht.
Ich mag die Stände am Straßenrand, an denen man Obst und Gemüse kaufen kann.
Ich mag die Kühe, die vereinzelt auf den Feldern rumstehen.
Ich mag die frische Milch.
Ich mag es, wenn die Leute ihre starren, mürrischen Gesichtszüge erweichen und zurücklächeln.
Ich mag das Gebäck vom Straßenstand.
Ich mag den Dampf, der aus den Kanaldeckeln aufsteigt, wenn es draußen bitterkalt ist.
Mittwoch, 21. Oktober 2009
Montag, 19. Oktober 2009
why I like Lodz
http://www.youtube.com/watch?v=pVlZmDx7mOE
der Titel spricht für sich. Lodz ist durch meine Augen gesehen recht spannend, wie ich meine.
der Titel spricht für sich. Lodz ist durch meine Augen gesehen recht spannend, wie ich meine.
Mittwoch, 14. Oktober 2009
pada snieg
es ist soweit: es schneit. es ist bitter bitter kalt. meine schuhe halten dicht, bisher. wunderbar.
ganz kurz muss ich mal was loswerden, was mich nervt hier: Lodz hat ein unglaubliches Problem mit dem public transport. ich bin ja wirklich gewillt, die paar wenigen Vorlesungen, die ich habe, zu besuchen. Aber da macht mir das Verkehrswesen hier einen Strich durch die Rechnung. Ich habe heute 55 Minuten auf einen Bus gewartet (im Schnee, Anm. d. Red.), in diesem Zeitraum hätten 6 Busse abfahren sollen. Als dann zum Zeitpunkt des Beginns meines Kurses noch immer kein einziger da war, beschloss ich, den Kurs ausfallen zu lassen. Cholera! Ich weiß nicht genau, wo das Problem ist. ich glaub, die Ampelschaltungen... So`n Mist. Aber ich darf ja auch mal was nicht toll finden, gell :-)
SchneE(ll)mann
ganz kurz muss ich mal was loswerden, was mich nervt hier: Lodz hat ein unglaubliches Problem mit dem public transport. ich bin ja wirklich gewillt, die paar wenigen Vorlesungen, die ich habe, zu besuchen. Aber da macht mir das Verkehrswesen hier einen Strich durch die Rechnung. Ich habe heute 55 Minuten auf einen Bus gewartet (im Schnee, Anm. d. Red.), in diesem Zeitraum hätten 6 Busse abfahren sollen. Als dann zum Zeitpunkt des Beginns meines Kurses noch immer kein einziger da war, beschloss ich, den Kurs ausfallen zu lassen. Cholera! Ich weiß nicht genau, wo das Problem ist. ich glaub, die Ampelschaltungen... So`n Mist. Aber ich darf ja auch mal was nicht toll finden, gell :-)
SchneE(ll)mann
Dienstag, 13. Oktober 2009
Przepraszamy pan, to z nowy my… czy możemy dostać jeszcze jedno noc? Supertramps on their way.
Eine der Reisen, an denen ich gewachsen bin, so viel steht schon mal fest. Und einige Zeichen deuten darauf hin, dass es wirklich ein sehr sehr guter Trip war: z.B. habe ich mein Telefon verloren. Das Verlieren von Dingen, die wichtig für mich sind, ist ein objektiver Indikator für die Güte eines Erlebnisses, somit bin ich hierbei schon mal auf der sicheren Seite. Ja, ich versuche, so schnell als möglich ein anderes Telefon aufzutreiben.... Zurück zu der Reise. Am Freitag Abend war großes Wiedersehen in der Franzosen-WG in Warschau, fast alle Teilnehmer des Sprachkurses und einige unserer polnischen Freunde waren da. Ich freute mich wie ein kleines Kind, als ich in Lodz in den Zug stieg, um dorthin zu reisen. Und vielleicht war das gesamte Wochenende ein magisches, denn schon im Zug kam es flux zu einer Unterhaltung mit zwei mittfünfziger Amerikanerinnen, die eine 14tägige Rundreise durch Polen beendeten; sie wandelten u.a. auf den Spuren ihrer jüdisch-polnischen Vorfahren. Eine sehr feine Sache, denn in diesen eineinhalb Stunden Fahrtzeit konnte ich durch die Unterredung mit den Damen meine Gedanken und Sichtweisen über Polen erneut sortieren und von außerhalb beleuchten lassen. Unser Gespräch war so herzlich, dass wir es nicht nur bei Erinnerungen an dieses Treffen belassen wollten, sondern auch Kontaktdaten austauschten. Mal sehen, wohin das führt. In Warschau dann holten mich Charlotte und Patrycja vom Bahnhof ab, wie heimkommen war das. Soooo viel zu erzählen gibt es! Ein Geschnatter ohne Ende... Und das Geschnatter hörte bis spät in die Nacht gar nicht mehr auf, der Morgen graute, als wir beschlossen, doch noch ein paar Stündchen zu schlafen, bevor die Tour losgeht. Die Tour, was ist die Tour? Alles begann damit, dass der Italiener Alessandro und die Deutsche Chrissi feststellen, dass sie beide sehr gerne klettern oder draussen unterwegs sind. Und da Warschau nun einmal doch eher als Stadt zu sehen ist, war klar, dass wir möglichst bald zu den Bisons im europäischen Urwald and der polnisch-weißrussischen Grenze müssen. Unser Plan war knapp und klar: Schlafsack, Isomatte, Wanderschuhe und dann los. Die Polin Patrycja erfuhr von unserem Vorhaben und stieg ein, unter der Bedingung, dass wir nicht viel Geld verbrauchen, weil sie das nicht hat. Wir zögerten keine Sekunde, dann hitchhiken wir eben! Und als letzter gesellte sich der Franzose Jean-Bernard dazu, 7 Stunden vor geplantem Aufbruch, sehr spontan, herzlich willkommen. In Gedenken an „Into the wild“, ein Film, den P und C sehr gerne mögen, klebten wir uns Aufkleber mit „Supertramp“ auf die Jacken und los gings. Schier unglaublich, aber mit nur 3 verschiedenen Fahrern schafften wir es von Warschau bis nach Bialowieza (von da aus sind’s 4 km nach Weißrussland). Der Ort ist sehr touristisch aufgebaut, was uns und unseren Geldbeuteln nicht so taugt, und somit fragten wir uns von Haus zu Haus, ob es denn nicht eine Scheune o.Ä. gäbe, in der wir übernachten könnten. Erinnerte ein bisschen an die Weihnachtsgeschichte, die Herbergen waren alle voll. Bis ein Mann auf einem Fahrrad unseren Weg kreuzte. Übrigens hatten wir ausgemacht, dass Patrycja nicht spricht, sondern wir Ausländer versuchen, mit unserem wenigen Polnisch die Lage zu klären. Und so fragten wir ihn, ob er nicht ein Plätzchen für uns wüsste. Er empfahl uns zunächst das erste Hotel am Platze, für das wir allerdings kein Geld hatten. Seine Antwort darauf hin war: Manchmal ist das eh besser ohne Geld“. Damit hat er sich einen Platz in meinem Herzen erobert. Wir sollten ihm folgen, er brachte uns zu Romek, seinem Freund, 77-jaehrig, der in einer kleinen Hütte lebt und uns gastfreundlichst aufnahm. Was wir dort erlebt haben, kann ich nicht in Worten wiedergeben und auch die Fotos schaffen nicht diese unglaubliche Atmosphäre. Soviel sei gesagt, wir waren alle 4 gebannt von dieser Herzlichkeit und Offenheit dieses Mannes, der es liebte, Geschichten zu erzählen, auch wenn wir ihn nur schwerlich verstanden. Mehr dazu gibt’s wohl besser in einem persönlichen Gespräch. Am nächsten Tag nach erneuten Gesprächen bis zum Mittag brachen wir dann auf Richtung Zubry, den Bisons. Es regnete den ganzen Tag, aber unsere Laune war bestens. Und uns war klar, dass wir an diesem Sonntag nicht mehr nach Warschau zurückkehren werden und wollen, sondern noch eine Nacht länger bleiben. Ich denke, wir waren insgesamt 5 Stunden unterwegs, als wir uns zurück in Bialowieza wieder nach einer Unterkunft umsahen. Romek sagte in der Früh zum Abschied, dass wir gerne wiederkommen können, wenn wir denn möchten, und dieses Angebot wollten wir annehmen. Bei ihm angekommen hatte er gerade den Herren, den wir schon vom Fahrrad kannten, zu Besuch, der uns dann wieder einpackte und mit zu sich nahm. Und dort erwartete uns noch einmal etwas anderes. Kennt ihr Kästners „Das fliegende Klassenzimmer“? Die gesamte Situation bei Waldemar, so heißt der Mann, erinnerte mich stark an den „Nichtraucher“ in Kästners Buch. Die Hütte, in der er lebte, hat er sich selbst gebaut aus Holz, in einem kleinen Raum, in dem er schläft, ist ein Ofen, mit dem er heizt. Er hat dort keinen Strom und kein fließend Wasser. Aber er hat unglaublich viele Bücher, Dostojewski, Czechow, Milosz, französische Philosophen, Goethe... unglaublich. Er kochte uns heißen Minztee mit Minze aus seinem Garten, damit wir uns aufwärmen konnten (wir waren inzwischen doch durchgefroren und klitschnass) und bei einer Partie Schach gegen Alessandro und Jean-Bernard versanken wir in dieser Traumwelt. Wir erwachten ziemlich schnell daraus, als wir ins Bett gingen. Neben seinem Hauptraum hat Waldemar einen kleinn Verschlag, in dem ein Bett steht und eine Art Dachboden, den wir als „Hochbett“ nutzen konnten. Allerdings war der Raum eiskalt, mein Thermometer zeigte 5°. Und die Jungs waren leider nicht sonderlich gut ausgestattet, was ihre Schlafsäcke anbelangt. Waldemar gab uns noch einige Decken und wir nutzten jeden Fetzen Stoff, den wir finden konnten, Biwacksack, Rettungsdecke. Für uns Mädels war die Nacht kein Problem, wir kuschelten uns eng aneinander und schliefen sehr gut. Die Jungs jedoch machten kein Auge zu, da es einfach zu kalt war für sie. Ich bin froh, dass keiner ernsthaft krank geworden ist, aber das war schon ne ganz schön extreme Nacht da! Der nächste Morgen begrüßte uns mit einem wohlgestimmten Waldemar, der draußen am Holzofen stand und heißen Tee für uns kochte, Wasser zum Waschen wärmte, ein Frühstück a la Waldemar zubereitete. Er erzählte uns, dass seine Frau und er heute Hochzeitstag haben. Seine Frau ist am 28.12.2008 verstorben, aber der Tag war noch immer sehr wichtig für ihn. Und wir gewannen den Eindruck, dass er sehr froh war, den Tag mit uns zu verbringen. Wir begannen, Fussball mit ihm zu spielen. Nach einer Zeit packte er eine selbstgebaute „Zielscheibe“ aus, auf die wir dann mit Pfeilen, Äxten und Messern Marke Eigenbau warfen und herzlich und viel lachten. Bis die Zeit kam, nach Hause aufzubrechen. Es war schließlch schon Montag und wir noch immer sehr weit von Warschau entfernt. So war das Ende durchaus wieder wehmütig, weil sich keiner von uns so richtig losreißen wollte von diesem Märchen. Und der Rückweg an sich machte es uns auch schwer. Es lief nicht ganz so glatt von der Hand wie die Anfahrt nach Bialowieza, wir standen viel im Regen und wir mussten uns dann doch irgendwann aufsplitten in 2er Gruppen, weil dann die Chancen einfach besser sind, als Anhalter mitgenommen zu werden. Irgendwo unterwegs verlor ich dann noch mein Telefon und bin somit im Moment also fernab der Kommunikationsmöglichkeiten, da das Internet in meiner Wohnung auch noch nicht funkitoniert. (Das dauert noch bis naechste Woche, war der neueste Stand der Dinge...) Wie dem auch sei, wir vier, die wir unterwegs waren, sind an dieser Reise durchaus gewachsen. Bei einem gemeinsamen Abendessen haben wir uns gleich die Bilder angesehen, bevor ich heute wieder in den strikten Uni-Alltag eingestiegen bin. Kaum zu glauben, dass dieser Traum stattgefunden hat und nun wieder vorbei ist.... keine Ahnung, ich glaube, man kann das als Aussenstehender nicht so ganz nachvollziehen. Da müssen wir dann vielleicht mal drüber quatschen...
Es grüßt herzlichst und verträumt,
TramperElla


Es grüßt herzlichst und verträumt,
TramperElla
Mittwoch, 7. Oktober 2009
a few lines i recently ran over
"But, the Eastern intellectual asks, what goes on in the heads of the western masses? Aren't their souls asleep, and when the awakening comes, won't it take the form of Stalinism? Isn't Christianity dying out in the West, and aren't its people bereft of all faith? Isn't there a void in their heads? Don't they fill that void with chauvinism, detective stories, and artistically worthless movies?Well then, what can the West offer us? Freedom FROM something is a great deal, yet not enough. It is much less than freedom FOR something." - C. Miłosz, "a captive mind"
Lodz, die erste...
Das kann viel bedeuten.
Lodz, die erste Woche zum Beispiel. Die ist vorbei. Jetzt kann ich mich halbwegs orientieren in der Stadt. Schon wirklich ganz nett, möchte ich sagen, wenngleich auch sicherlich nicht vergleichbar mit den westlichen Ortschaften, in denen ich bisweilen zu Hause war. Aber ich finds einfach schön, wenn man aus so ’ner einfachen Bude am Gehsteig Strumpfhosen kaufen kann. Hat ’nen ganz eigenen Charme, meine ich.
Lodz, die erste Straftat: ich bin gerade online, aber diesmal nicht in einem Internetcafe, sondern über ein WLAN Netzwerk, das mein Rechner hier im Haus gefunden hat. Bin mir nicht so ganz sicher, inwieweit das eine Straftat ist, und bin mir auch ebenso wenig sicher, wie lange die Verbindung hält :-)
Lodz, die erste richtig nette Begegnung. Lange hats gedauert und ich fragte mich schon, was ich wohl falsch mache hier, aber inzwischen kenne ich immerhin schon einen netten Schotten, der mir dann auch gleich zu einem weiteren Ersten Mal verholfen hat:
Lodz, die erste richtig gute Kneipe. Dunkle, alte Holzmöbel, gutes Bier, gute Musik (la Môme), vor den Klos Kinositze. Urig irgendwie und ein bisschen künstlerisch. Taugt mir tatsächlich sehr gut.
Lodz, die erste Vorlesung: seit Montag bin ich wahrhaftig Studentin hier! Mein Stundenplan besteht bisher aus Surgery, Vorlesung und Praxisseminar, Public health, Pediatrics (Vorlesungen und Praxisseminar), Internal medicine (Vorlesung und Praxisseminar) und Polisch-Sprachkurs. Ist jetzt nicht so bombig viel zu tun, meine ich, aber ich kann nix zusätzlich belegen, weil das Studium hier anders organisiert ist als bei mir daheim: Wir haben hier nicht jede Woche die gleichen Vorlesungen, sondern vielmehr Block-Veranstaltungen. Somit besteht der Monat November für mich hauptsächlich aus Chirurgie, der Januar vornehmlich aus Pädiatrie, Dezember wird voll sein mit Innere. Diese Praxisblocks sind dann auch zeitintensiv, jeden Tag von 8 bis 15 Uhr. Weitere Veranstaltungen (ich würde sehr gerne Gyn machen...) kann ich also nicht belegen, weil ich zu diesen den Blockseminar-Zeiten bereits andere Veranstaltungen habe. Schade, aber nicht allzu schlimm.
Um die vielen Lücken in meinem Stundenplan zu füllen, habe ich mich inzwischen auch schon daran gemacht, meine Pläne zu verwirklichen, und hier ein bisschen was geisteswissenschaftliches zu lernen. Nach anfangs etwas verwirrt-fragenden Blicken im Studentenbüro der Fakultät für Politik und Soziologie wurde mir sehr freundlich weitergeholfen bei meiner Suche nach Vorlesungen, die in meinen Studenplan passen können. Klar ist noch nichts, da das akademische Semester an dieser Fakultät erst nächste Woche beginnt, aber ich bin optimistisch.
Außerdem sehr interessant an meinem Studium hier: Unser Semester umfasst 25 Studenten. Und mir wurde gesagt, dass das eine große Klasse ist. Aha, ähm, in Erlangen sind wir 170, und das ist in Deutschland noch eher klein, stimmts? Ich finds jedenfalls eine sehr angenehme, familiäre Lehrsituation.
Lodz, die erste Verschiebung der Perspektive: hängt auch mit meinem Studium zusammen. In meiner Klasse sind fast nur Nigerianer, Inder und Norweger, die jedoch den Gesichtszügen zu urteilen alle Vorfahren im Iran o.ä. haben. Insofern bin ich außer einem Schweden die einzig hellhäutige im Vorlesungssaal bzw. Klassenzimmer. Heute sind noch 6 Erasmus-Franzosen dazugestoßen, die sind auch hellhäutig. Aber wirklich mal wieder erfrischend, in diese Rolle zu schlüpfen. Das letzte Mal, dass dem so war, ist ja doch wieder ne Weile her inzwischen. Indien...
Lodz, die erste Einsamkeit. Wie oben schon erwähnt, tue ich mich hier nicht ganz so leicht, neue Leute kennen zu lernen. Woran das liegt? Keine Ahnung, ich meine, ich bin hier nicht weniger umgänglich als in Warschau oder als ich sonst wo auf der Welt war. Mh, ich denk mir einfach mal „Gut Ding will Weile haben“ und vertröste mich auf später... Oder ich hangle mich von Wochenende zu Wochenende. Am Freitag nämlich geht’s nach Warschau, weil ich am Samstag mit Alessandro in einen Naturpark an der Grenze zu Weißrussland düsen werde, um da ein bisschen im europäischen Urwald zu flanieren und Bisons anzukucken. Und wenn das Wetter nicht unter aller Sau ist, dann werden wir da auch zelten. Jipppiieeee, mal wieder draußen aktiv sein!
So, das wars schon wieder. Sobald ich noch ne bessere Zugangsmöglichkeit zum Internet gefunden habe, gibt’s auch wieder ein paar Bildchen aus meinem Leben hier, nicht nur von der Stadt, sondern auch von meiner Wohnung, in der ich lebe. Ach ja, was diese abelangt, so habe ich gestern erfahren, dass wir da, wo jetzt die Küche ist, ein weiteres Badezimmer bekommen (eins ist doch n bissl wenig für 7 Leute). Dafür kommt die Küche mit ins Esszimmer. Hab ich nix dagegen! Bin mal gespannt, wann das losgeht. Als ich den Vermieter gefragt habe, antwortete er mir „juz“. Das heißt eigentlich, dass der Umbau quasi schon angefangen hat. Nur seh ich davon noch nix :-)
Und übrigens muss ich diesen Text doch im Internetcafe hochladen, meine Netzwerkquelle hat sich soeben verabschiedet...
btw, this is what lodz is like, parts of it: http://www.youtube.com/watch?v=xT20zaOIJxg
Lodz, die erste Woche zum Beispiel. Die ist vorbei. Jetzt kann ich mich halbwegs orientieren in der Stadt. Schon wirklich ganz nett, möchte ich sagen, wenngleich auch sicherlich nicht vergleichbar mit den westlichen Ortschaften, in denen ich bisweilen zu Hause war. Aber ich finds einfach schön, wenn man aus so ’ner einfachen Bude am Gehsteig Strumpfhosen kaufen kann. Hat ’nen ganz eigenen Charme, meine ich.
Lodz, die erste Straftat: ich bin gerade online, aber diesmal nicht in einem Internetcafe, sondern über ein WLAN Netzwerk, das mein Rechner hier im Haus gefunden hat. Bin mir nicht so ganz sicher, inwieweit das eine Straftat ist, und bin mir auch ebenso wenig sicher, wie lange die Verbindung hält :-)
Lodz, die erste richtig nette Begegnung. Lange hats gedauert und ich fragte mich schon, was ich wohl falsch mache hier, aber inzwischen kenne ich immerhin schon einen netten Schotten, der mir dann auch gleich zu einem weiteren Ersten Mal verholfen hat:
Lodz, die erste richtig gute Kneipe. Dunkle, alte Holzmöbel, gutes Bier, gute Musik (la Môme), vor den Klos Kinositze. Urig irgendwie und ein bisschen künstlerisch. Taugt mir tatsächlich sehr gut.
Lodz, die erste Vorlesung: seit Montag bin ich wahrhaftig Studentin hier! Mein Stundenplan besteht bisher aus Surgery, Vorlesung und Praxisseminar, Public health, Pediatrics (Vorlesungen und Praxisseminar), Internal medicine (Vorlesung und Praxisseminar) und Polisch-Sprachkurs. Ist jetzt nicht so bombig viel zu tun, meine ich, aber ich kann nix zusätzlich belegen, weil das Studium hier anders organisiert ist als bei mir daheim: Wir haben hier nicht jede Woche die gleichen Vorlesungen, sondern vielmehr Block-Veranstaltungen. Somit besteht der Monat November für mich hauptsächlich aus Chirurgie, der Januar vornehmlich aus Pädiatrie, Dezember wird voll sein mit Innere. Diese Praxisblocks sind dann auch zeitintensiv, jeden Tag von 8 bis 15 Uhr. Weitere Veranstaltungen (ich würde sehr gerne Gyn machen...) kann ich also nicht belegen, weil ich zu diesen den Blockseminar-Zeiten bereits andere Veranstaltungen habe. Schade, aber nicht allzu schlimm.
Um die vielen Lücken in meinem Stundenplan zu füllen, habe ich mich inzwischen auch schon daran gemacht, meine Pläne zu verwirklichen, und hier ein bisschen was geisteswissenschaftliches zu lernen. Nach anfangs etwas verwirrt-fragenden Blicken im Studentenbüro der Fakultät für Politik und Soziologie wurde mir sehr freundlich weitergeholfen bei meiner Suche nach Vorlesungen, die in meinen Studenplan passen können. Klar ist noch nichts, da das akademische Semester an dieser Fakultät erst nächste Woche beginnt, aber ich bin optimistisch.
Außerdem sehr interessant an meinem Studium hier: Unser Semester umfasst 25 Studenten. Und mir wurde gesagt, dass das eine große Klasse ist. Aha, ähm, in Erlangen sind wir 170, und das ist in Deutschland noch eher klein, stimmts? Ich finds jedenfalls eine sehr angenehme, familiäre Lehrsituation.
Lodz, die erste Verschiebung der Perspektive: hängt auch mit meinem Studium zusammen. In meiner Klasse sind fast nur Nigerianer, Inder und Norweger, die jedoch den Gesichtszügen zu urteilen alle Vorfahren im Iran o.ä. haben. Insofern bin ich außer einem Schweden die einzig hellhäutige im Vorlesungssaal bzw. Klassenzimmer. Heute sind noch 6 Erasmus-Franzosen dazugestoßen, die sind auch hellhäutig. Aber wirklich mal wieder erfrischend, in diese Rolle zu schlüpfen. Das letzte Mal, dass dem so war, ist ja doch wieder ne Weile her inzwischen. Indien...
Lodz, die erste Einsamkeit. Wie oben schon erwähnt, tue ich mich hier nicht ganz so leicht, neue Leute kennen zu lernen. Woran das liegt? Keine Ahnung, ich meine, ich bin hier nicht weniger umgänglich als in Warschau oder als ich sonst wo auf der Welt war. Mh, ich denk mir einfach mal „Gut Ding will Weile haben“ und vertröste mich auf später... Oder ich hangle mich von Wochenende zu Wochenende. Am Freitag nämlich geht’s nach Warschau, weil ich am Samstag mit Alessandro in einen Naturpark an der Grenze zu Weißrussland düsen werde, um da ein bisschen im europäischen Urwald zu flanieren und Bisons anzukucken. Und wenn das Wetter nicht unter aller Sau ist, dann werden wir da auch zelten. Jipppiieeee, mal wieder draußen aktiv sein!
So, das wars schon wieder. Sobald ich noch ne bessere Zugangsmöglichkeit zum Internet gefunden habe, gibt’s auch wieder ein paar Bildchen aus meinem Leben hier, nicht nur von der Stadt, sondern auch von meiner Wohnung, in der ich lebe. Ach ja, was diese abelangt, so habe ich gestern erfahren, dass wir da, wo jetzt die Küche ist, ein weiteres Badezimmer bekommen (eins ist doch n bissl wenig für 7 Leute). Dafür kommt die Küche mit ins Esszimmer. Hab ich nix dagegen! Bin mal gespannt, wann das losgeht. Als ich den Vermieter gefragt habe, antwortete er mir „juz“. Das heißt eigentlich, dass der Umbau quasi schon angefangen hat. Nur seh ich davon noch nix :-)
Und übrigens muss ich diesen Text doch im Internetcafe hochladen, meine Netzwerkquelle hat sich soeben verabschiedet...
btw, this is what lodz is like, parts of it: http://www.youtube.com/watch?v=xT20zaOIJxg
Freitag, 2. Oktober 2009
Raz, dwa, trzy – POLSKAAAAAAAAAA biało czerwoni
Fürs Wochenende hat mich Anja zu sich nach Hause eingeladen, Sieradz heißt der Ort, in dem sie aufgewachsen ist. Das ist ca 1,5 h von Lodz entfernt und ich denke, ich werde dieses Angebot annehmen. Dadurch ändern sich meine Pläne leicht und ich werde doch nicht das Halbfinale und Finale der Damen-Volleyball-Europameisterschaft in Lodz sehen, aber diese nette Einladung ist mir doch wichtiger als der Sport. Den habe ich dafür gestern schon mitgenommen! Waren zwar noch Zwischenrundenspiele, aber nicht uninteressant. Russland gegen Niederlande als erste Begegnung und ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob die lauthalse Unterstützung der Niederländer durch das nahezu ausschließlich polnische Publikum daher rührte, dass die polnische Mannschaft dadurch leichter ins Halbfinale einziehen kann oder ob es die offensichtliche Abneigung gegen Russland war. Mh, das sollte ich noch rausfinden. Oder weiß jemand, ob der Sieg der Niederländerinnen etwas an der Ausgangssituation der Polinnen geändert hat?
Beim zweiten Spiel dann brannte die Bude, um das mal so salopp auszudrücken. Polen gegen Bulgarien, die ganze Halle war voll, weiß und rot. Emotionen pur bei den Zuschauern, volle Kehlen singen, wunde Hände klatschen und verrückte Adler fliegen. Abgefahren. Und alle liegen sich in den Armen, als der Sieg (unerwartet) errungen ward. In meinen Augen war die bulgarische Mannschaft die bessere, aber eben nicht zu Hause. Alwin, Daniel, wenn ihr über Spielereinkäufe nachdenkt, dann kann man schon mal in Polen kucken gehen. Allerdings würde sich ein Blick nach Bulgarien noch eher lohnen, meine ich. Fantastische Blockspielerinnen, da sollte ich mal in die Schule gehen. Schier unglaublich, was für Wände die am Netz aufbauen!
Nachdem ich ja nun unerwartet noch ein paar Tage frei habe, genieße ich es, durch die Stadt zu schlendern, wenn sich nicht gerade Wolkenbrüche über Lodz ergießen. Im Englischen sagt man „it’s raining cats and dogs“, ich muss unbedingt das polnische Pendant dazu herausfinden... Jedenfalls bin ich davon überzeugt, dass Lodz keine so hässliche Stadt ist wie ich viele Stimmen hab sagen hören. Keineswegs! Industrie klar, und der Anblick beim Ausstieg aus dem Zug ist auch wirklich nicht schick, aber es gibt viele Grünflächen und etliche Straßenzüge oder –abschnitte, die einfach schön anzusehen sind. Und es gibt viele tolle Sachen in der Stadt: da ist zum Beispiel Hollylodz (hier kommt die Aussprache des polnischen ins Spiel: wenn man den Stadtnamen richtig ausspricht, dann heißt das nämlich „hollywoodsch), der polnische „Walk of fame“ in der Piotrkowska-Straße, der berühmten und einladenden Weggeh-Meile (bzw 5km) und Dreh-und Angelpunkt der Stadt. Ich muss gestehen, dass mir die meisten der dort in Sterne eingravierten Namen nichts sagen, außer Andrzej Wajda und Roman Polanski. Ich war ja am überlegen, ob ich Handschellen auf seinen Stern legen soll, allerdings hatte ich gerade keine einstecken. Dann gibt es da 12.859 Pflastersteine mit den Namen der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Lodz zur Jahrtausendwende. Viele Denkmäler von berühmten Leuten, z.B. Artur Rubinstein, der an seinem Flügel sitzt und in die Tasten haut, natürlich ein Stück von Chopin aufgelegt. Oder, und das mag ich besonders, jenes von Julian Tuwim, der auf einer Bank sitzt und seinen Gedanken nachhängt. Tuwim hat verrückte Gedichte geschrieben, die auch mich angesprochen haben: er vermag es, mit seinen Worten Musik zu machen. So hörte ich Gedichte von ihm rezitiert mit den Namen „lokomotywa“ und „Radio der Vögel“. Unglaublich, wie lautmalerisch die polnische Sprache ist. Wenn man Tuwim hört, meint man, es fährt ein Zug neben einem ab, oder man befindet sich im Vogelhaus im Zoo.
Am anderen Ende der Piotrkowska-Straße befindet sich der „Platz der Freiheit“ – plac wolnosci. Mädels, habt ihr noch den „plat unirii“ in Bukarest in Erinnerung? Ungefähr 10mal kleiner, aber so vom Erscheinungsbild her das selbe.
So, das wars mal wieder, ich bin ja grad doch eher fleißig am Schreiben, wer soll das denn alles lesen?!
Pozdrawiam serdecznie,
- chrissi
Beim zweiten Spiel dann brannte die Bude, um das mal so salopp auszudrücken. Polen gegen Bulgarien, die ganze Halle war voll, weiß und rot. Emotionen pur bei den Zuschauern, volle Kehlen singen, wunde Hände klatschen und verrückte Adler fliegen. Abgefahren. Und alle liegen sich in den Armen, als der Sieg (unerwartet) errungen ward. In meinen Augen war die bulgarische Mannschaft die bessere, aber eben nicht zu Hause. Alwin, Daniel, wenn ihr über Spielereinkäufe nachdenkt, dann kann man schon mal in Polen kucken gehen. Allerdings würde sich ein Blick nach Bulgarien noch eher lohnen, meine ich. Fantastische Blockspielerinnen, da sollte ich mal in die Schule gehen. Schier unglaublich, was für Wände die am Netz aufbauen!
Nachdem ich ja nun unerwartet noch ein paar Tage frei habe, genieße ich es, durch die Stadt zu schlendern, wenn sich nicht gerade Wolkenbrüche über Lodz ergießen. Im Englischen sagt man „it’s raining cats and dogs“, ich muss unbedingt das polnische Pendant dazu herausfinden... Jedenfalls bin ich davon überzeugt, dass Lodz keine so hässliche Stadt ist wie ich viele Stimmen hab sagen hören. Keineswegs! Industrie klar, und der Anblick beim Ausstieg aus dem Zug ist auch wirklich nicht schick, aber es gibt viele Grünflächen und etliche Straßenzüge oder –abschnitte, die einfach schön anzusehen sind. Und es gibt viele tolle Sachen in der Stadt: da ist zum Beispiel Hollylodz (hier kommt die Aussprache des polnischen ins Spiel: wenn man den Stadtnamen richtig ausspricht, dann heißt das nämlich „hollywoodsch), der polnische „Walk of fame“ in der Piotrkowska-Straße, der berühmten und einladenden Weggeh-Meile (bzw 5km) und Dreh-und Angelpunkt der Stadt. Ich muss gestehen, dass mir die meisten der dort in Sterne eingravierten Namen nichts sagen, außer Andrzej Wajda und Roman Polanski. Ich war ja am überlegen, ob ich Handschellen auf seinen Stern legen soll, allerdings hatte ich gerade keine einstecken. Dann gibt es da 12.859 Pflastersteine mit den Namen der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Lodz zur Jahrtausendwende. Viele Denkmäler von berühmten Leuten, z.B. Artur Rubinstein, der an seinem Flügel sitzt und in die Tasten haut, natürlich ein Stück von Chopin aufgelegt. Oder, und das mag ich besonders, jenes von Julian Tuwim, der auf einer Bank sitzt und seinen Gedanken nachhängt. Tuwim hat verrückte Gedichte geschrieben, die auch mich angesprochen haben: er vermag es, mit seinen Worten Musik zu machen. So hörte ich Gedichte von ihm rezitiert mit den Namen „lokomotywa“ und „Radio der Vögel“. Unglaublich, wie lautmalerisch die polnische Sprache ist. Wenn man Tuwim hört, meint man, es fährt ein Zug neben einem ab, oder man befindet sich im Vogelhaus im Zoo.
Am anderen Ende der Piotrkowska-Straße befindet sich der „Platz der Freiheit“ – plac wolnosci. Mädels, habt ihr noch den „plat unirii“ in Bukarest in Erinnerung? Ungefähr 10mal kleiner, aber so vom Erscheinungsbild her das selbe.
So, das wars mal wieder, ich bin ja grad doch eher fleißig am Schreiben, wer soll das denn alles lesen?!
Pozdrawiam serdecznie,
- chrissi
Donnerstag, 1. Oktober 2009
Jestem w Łodzi
huiuiui, eine intensive Zeit in Warschau liegt hinter mir. Ein Monat voll Sprachkurs (mehr oder weniger), aber wohl vor allem ein Monat voll mit Begegnungen, die meine Zeit dort so sehr bereichert haben. Ich glaube, diese wertvollen Momente waren es, die mein Gepaeck ebenso wie mein Herz so schwer machten, als ich am Dienstag in den Zug sprang, um gen Łódż aufzubrechen.
Am Montag erhielten wir in unserer Schule in einer offiziellen Zeremonie unser Sprachzeugnis und abends genossen wir die letzten Stunden gemeinsam in unserem Wohnheim: wir EILCler luden zum europaeischen Abend, jede Nation hat ein Gericht aus der Heimat zubereitet. Somit fanden wir uns in einem Berg von leckerem Essen wieder und plauderten bis spaet in die Nacht. Ein rundes Ende, wie ich meine. Und teil eins meines Projektes ist abgeschlossen: ich habe gelernt, wie man "Kruski leniwe" (oder so aehnlich) zubereitet. und ich muss gestehen, wieder einmal bin ich den Speisen dieses Landes verfallen. JA, ich mag Bigos und JA, ich mag Pierogi, und JA, ich mag diese Pfannkuchen, deren Namen ich mir partout nicht merken kann und JA, ich mag auch diese Brotkringel, die man sich um den Hals haengen kann und und und...
In Łódż habe ich meine WG bezogen, wo so langsam alles anlaeuft. Die anfaengliche Zurueckhaltung meiner Mitbewohnerinnen bricht allmaehlich auf, gestern hatten wir schon einen ersten Maedels-Abend im Wohnzimmer mit Musik, Tratsch und Klatsch und heissem Tee. Mein Mietvertrag ist unter Dach und Fach und auch in der Uni ist alles scheinbar geklaert. Ich wurde dort sehr herzlich empfangen, nachdem ich die Tuer des Zimmers Nr 24 zoegerlich oeffnete und mit fragendem Blick daherstammelte, ob dies das Buero fuer internationale Angelegenheiten sei, toente mir aus 4 Kehlen ein kraeftiges "Ja, und du musst Christina sein" entgegen. Wow. Nach einigem Geplaenkel und Stundenplan-Bastelei ging das Gespraech recht schnell auf die Frage zu, weshalb in aller Welt ich denn łódz als Erasmus-Stadt ausgewaehlt habe, ich sei die erste Studentin aus ganz Deutschland, die es hierher verschlaegt. Schluck. Oh, i better behave well here... Gruende fuer Lodz gibt es nicht sooo viele, es ist halt die einzige Partneruniversitaet, die wir in Polen haben. Fuer Polen gibt es einige Gruende. Und ich glaube, wohl fuehlen kann ich mich vielerorts, schliesslich sind es fuer mich hauptsaechlich die Menschen, mit denen ich zu tun habe, die einen Ort fuer mich lebenswert und angenehm machen. Aber das wisst ihr ja bereits alles.
So, ich habe noch bis naechste Woche frei, das heisst, ich werde jetzt mal versuchen, Ueberblick ueber die Stadt zu erhalten und vielleicht kriege ich ja noch Tickets fuer die Volleyball-EM, die zur Zeit in meiner Stadt gespielt wird :-)
herzlichst,
- chrissi
Am Montag erhielten wir in unserer Schule in einer offiziellen Zeremonie unser Sprachzeugnis und abends genossen wir die letzten Stunden gemeinsam in unserem Wohnheim: wir EILCler luden zum europaeischen Abend, jede Nation hat ein Gericht aus der Heimat zubereitet. Somit fanden wir uns in einem Berg von leckerem Essen wieder und plauderten bis spaet in die Nacht. Ein rundes Ende, wie ich meine. Und teil eins meines Projektes ist abgeschlossen: ich habe gelernt, wie man "Kruski leniwe" (oder so aehnlich) zubereitet. und ich muss gestehen, wieder einmal bin ich den Speisen dieses Landes verfallen. JA, ich mag Bigos und JA, ich mag Pierogi, und JA, ich mag diese Pfannkuchen, deren Namen ich mir partout nicht merken kann und JA, ich mag auch diese Brotkringel, die man sich um den Hals haengen kann und und und...
In Łódż habe ich meine WG bezogen, wo so langsam alles anlaeuft. Die anfaengliche Zurueckhaltung meiner Mitbewohnerinnen bricht allmaehlich auf, gestern hatten wir schon einen ersten Maedels-Abend im Wohnzimmer mit Musik, Tratsch und Klatsch und heissem Tee. Mein Mietvertrag ist unter Dach und Fach und auch in der Uni ist alles scheinbar geklaert. Ich wurde dort sehr herzlich empfangen, nachdem ich die Tuer des Zimmers Nr 24 zoegerlich oeffnete und mit fragendem Blick daherstammelte, ob dies das Buero fuer internationale Angelegenheiten sei, toente mir aus 4 Kehlen ein kraeftiges "Ja, und du musst Christina sein" entgegen. Wow. Nach einigem Geplaenkel und Stundenplan-Bastelei ging das Gespraech recht schnell auf die Frage zu, weshalb in aller Welt ich denn łódz als Erasmus-Stadt ausgewaehlt habe, ich sei die erste Studentin aus ganz Deutschland, die es hierher verschlaegt. Schluck. Oh, i better behave well here... Gruende fuer Lodz gibt es nicht sooo viele, es ist halt die einzige Partneruniversitaet, die wir in Polen haben. Fuer Polen gibt es einige Gruende. Und ich glaube, wohl fuehlen kann ich mich vielerorts, schliesslich sind es fuer mich hauptsaechlich die Menschen, mit denen ich zu tun habe, die einen Ort fuer mich lebenswert und angenehm machen. Aber das wisst ihr ja bereits alles.
So, ich habe noch bis naechste Woche frei, das heisst, ich werde jetzt mal versuchen, Ueberblick ueber die Stadt zu erhalten und vielleicht kriege ich ja noch Tickets fuer die Volleyball-EM, die zur Zeit in meiner Stadt gespielt wird :-)
herzlichst,
- chrissi
Abonnieren
Kommentare (Atom)