ein kleiner überblick über das wohnheim, in dem wir die meiste zeit unseres EILC-Kurses gelebt haben. Definitiv ein Ort, an dem Grundsteine gelegt werden. Wofür, kann jeder für sich selbst entscheiden.
http://www.youtube.com/watch?v=JcH5GWbk6_8
Samstag, 26. September 2009
Donnerstag, 24. September 2009
...pada deszcz...
nein, es regnet nicht, aber das ist der titel des liedes, das im hintergrund meiner neuesten eindrücke läuft, weils ziemlich schön ist und den regen zu was einladendem macht. so, wie man die welt des öfteren mal betrachten könnte, wenn man grad gut drauf ist, so wie ich ;-)
http://www.youtube.com/watch?v=npKp9TUwUmw
http://www.youtube.com/watch?v=npKp9TUwUmw
Montag, 21. September 2009
jeszcze bezchmurne niebo!
"Ich stelle mir dein Polen vor und was du mitgebracht hast von dort; direkt auf einen Menschen zugehen; nicht heucheln und nicht intrigieren... Ich stelle mir dein Polen vor und was Dir da alles doch verloren ging... Da muß etwas sein, das ich überhaupt nicht kenne..."





G. Schramm zu seiner Frau,
die für ihn Polen verlassen hat und nach Deutschland ging.
Ein sehr ernster und nachdenklicher Einstieg in einen neuen Post. Liegt vielleicht daran, dass ich dieses Wochenende mit zumindest halbwegs ernsten Gedanken abgeschlossen habe. Hat sehr gut getan, zur Abwechslung ;-). Nach einem kulturreichen Wochenendprogramm beschloss ich den gestrigen Abend nämlich mit einem Gottesdienst in der St. Anna Kirche in der Altstadt Warschaus. Gut, dass ich mit der Liturgie halbwegs vertraut bin, so konnte ich dem Rahmen des Gottesdienstes folgen, das Gebilde, das dieser Rahmen umspannte, waren jedoch meine ureigensten Gedanken. Ich war sehr erstaunt, so viele junge Menschen zu sehen, Sonntag Abend um neun in der Kirche. Sehr angenehme Atmosphäre. Das Skateboard brav an die Wand gelehnt, den Rucksack zu den Füßen gestellt und als endgültig kein Platz mehr war, dann fand man eben einen auf den Stufen des Marienaltars. Wow, Katholizismus in Polen hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt, eher so Richtung bieder. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren! Ich enthülle also von Zeit zu Zeit etwas, das da ist, ich aber überhaupt nicht kenne in diesem Polen. Sehr hilfreich dafür auch die heutige Vorlesung über polnische Literatur mit ihrem Schwerpunkt in der polnischen Romantik, die Grundlage der Moderne hierzulande. Interessante Diskussion mit den Franzosen, die gerne die Aufklärung, und Deutschen, die lieber die Klassik als Grundlage des modernen Lebens sehen möchten.
Ansonsten kann ich sagen, dass ich das Erasmus-Dasein manchmal auch echt anstrengend finde :-) diese ständige rumfeierei, das kann einem echt die letzte Energie rauben! Aber da gehts uns ja allen gleich, uns armen Studenten in einem fremden Land. Aber ich trage diese Crux gerne.
Und, wusstet ihr, dass es hier ganz in der Nähe von Warschau ein kleines Versailles gibt? Wilanów heißt der Ort, an dem ein sehr prunkvoller Bau eines polnischen Königs als Geschenk an seine geliebte Frau (übrigens eine Französin) in den blauen Himmel ragt. Ich persönlich wollte darin zwar nicht wohnen, dafür bin ich zu wenig Prinzessin wie wohl jeder weiß, aber schon ein schönes Plätzchen zum kurz- bis mittelzeitigen Verweilen! Gleich nebenan befindet sich auch das Museum für Werbe- und Filmplakate. Klingt nicht sonderlich spannend, ist aber doch ganz witzig. Wie witzig, könnt ihr hier sehen:
Was mir hingegen eher taugte zum längerfristigen Zelte-Aufschlagen ist das Gelände der "Ja Wisla"- Organisation, die sich den Schutz und Erhalt der Wisla (Weichsel) bzw der Natur im Allgemeinen zum Ziel gesetzt hat. Und diese Organisation lädt jeden Sonntag am frühen Abend zum Trommeln auf nem Boot ein. Ich sag mal, ein sehr kontemplativer Zeitvertreib, wenn man sich denn darauf einlässt. Ich habe mich eher darauf beschränkt, meinen ureigenen Rhythmus auf die Trommeln zu transferieren und die anderen Leute zu genießen. Verschiedenste Menschentypen, die eines gemeinsam haben: einen sehr weichen und einladenden, aufgeschlossenen Blick in ihren Augen. Echt angenehm. Am Ufer der Weichsel brennen Lagerfeuer und wieder einmal kann ich den Geruch nach Rauch in meiner Fleecejacke auftanken - er wäre mir schon beinahe abhanden gekommen.
Was mich sehr beeindruckt und Freude durch meinen Körper rauschen lässt: wochenends sind die Straßen Warschaus gefüllt mit Musik. Gitarristen, Violinisten, Sängerinnen und vor allem Akkordeonspieler. Ich verneige mich tief vor der Virtuosität so manches Schifferpianisten. Da sind doch tatsächlich zwei Künstler, die Bach'sche Fugen auf der Quetsche zum Besten geben. Respekt, das klingt sooooo schön!
Und übrigens, die Spur der Kinder des Glücks ist unübersehbar hier zu erkennen: heute Morgen fahren die Straßenbahnen nicht wegen Reparaturarbeiten. Zu blöd, dass wir erst um kurz vor 9 das Wohnheim verlassen (um neun geht der Unterricht los, wir fahren normalerweise 6 Minuten mit der Tram und laufen dann nochmal 10). Schön wiederum: schon das dritte Auto, bei dem wir den Daumen raushalten, stoppt neben uns und gibt uns nen lift zu unserer Uni. jippijeijeeeaaaah, das erste mal "getrampt" hier, wenn auch nur ganz kurz.
so, zum Schluss noch ein paar Fotos und nen dicken Kuss!
Mittwoch, 16. September 2009
Stille im Weltall
es ist wieder an der Zeit und auch die Umstände lassen es zu, dass ich meinem "medialen mitteilungswillen" freien lauf lasse. was ist passiert in den letzten tagen? nun, einige versäumnisse auf seiten der organisatoren dieses sprachkurses hier haben dazu geführt, dass ich von Freitag bis Dienstag eine neue erfahrung in meinem leben machen durfte. die ganze truppe hier musste in ein anderes wohnheim ziehen. klingt nicht sonderlich spannend, war allerdings wirklich was zum gewöhnen. ich selbst fand es wirklich eindrucksvoll, einige andere aus unserer gruppe allerdings so untragbar, dass sie es vorgezogen haben, für diese 5 Tage in ein hostel umzuziehen. ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich kann mir schon vorstellen, dass so einige Wohnheime hier so oder so ähnlich aussehen. Gökcan, eine junge Frau aus unserer Truppe, war gestern z.B. im Wohnheim der Politechnika Universität und wünschte sich, als sie von dort zurückkam, dass sie in jenem Bau verbleiben dürfe, den wir nur für kurze Zeit unser Heim nannten (andere bevorzugten den namen gulag...). jedenfalls empfand ich es schon als eine spannende erfahrung, so zu leben. hat mich irgendwie auch an meine zeit in dem rumänischen krankenhaus erinnert. ich bitte darum, mich nicht falsch zu verstehen. ich möchte mich nicht beschweren über dieses wohnheim, ich schätze mal, ich bin wohl eher eine derjenigen, die damit am besten klar kam, vielleicht, weil ich es nicht verurteilt sondern einfach erlebt habe. es ist aber einfach nicht das, was wir in deutschland, frankreich, spanien, türkei, finnland, schweden, italien darunter verstehen, die gesichter und kommentare meiner Gruppe hier sprechen bände darüber. und eines möchte ich sicher auch nicht: das ganze hier in misskredit bringen. das wohnheim, in das ich gestern wieder zurückziehen durfte, ist um klassen besser und wirklich gut bewohnbar! also, macht euch bitte kein falsches bild von meinem wunderbaren polen. aber ich möchte auch keine fakten verstecken. deshalb hier der link zu einem video, das unser gulag zeigt: http://www.youtube.com/watch?v=gNsc6IzoPP8
mh, ich weiß nicht, ob ich mich mit diesem post so ganz gut fühle... aber ich denke, ich habe auch schon andere, wunderschöne seiten meines polens veröffentlicht, und ich bin mir sicher, dass noch viele weitere folgen werden, insofern agiere ich hier nicht polemisch, oder wie seht ihr das?
am sonntag war wahrlich ein tag, an dem die sonne schien für mich in mehrerlei hinsicht: ich brach nach lodz auf, um mir ein heim zu suchen und hatte erfolg! jene wg, von der ich bereits schrieb, werde ich in bälde als meine adresse nennen können und freue mich irre darauf. und auch eine tolle sache: ich habe es geschafft, mir alleine auf polnisc ein rückfahrticket nach warschau zu kaufen. klingt nach einer kleinigkeit, die es wohl auch ist, aber für mich hier ist das ein erfolgserlebnis, wie balsam für die seele. und noch viel besser: in meiner polnisch-sprech-übung-euphorie habe ich dann sogar rasufinden können, dass der zug, in dem ich saß, nicht nach warschau fährt, sondern richtung krakau aufbricht, insofern hat mir mein übe-drang also auch noch geholfen ;-).
in dieser woche ist nun theater-workshop angesagt und wir werden hochkarätig betreut. die herausforderung: die übungen, die wir machen, erfordern unser multitasking: wir müssen uns eigene plots und settings zu vorgegebenen themen überlegen und auch die texte selbst erfinden - po polsku, oczywiscie. (da hilft uns aber jemand, damit der grammatik auch tribut gezollt sei...) ach so, und das ganze dann natürlich noch performen. wie ihr euch vorstellen könnt, macht mir das ziemlich spaß :-) !
uff, genug der neuigkeiten so far, würde ich sagen, hm?!
herzlichste grüße aus dem 'melting pot' dom studencki męsik!
Donnerstag, 10. September 2009
W szczebrzeszynie chrzaszcz brzmi w trzcinie
viel passiert die letzten tage, was ich euch wissen lassen möchte. erstmals hat sich bei mir eine enttäuschung eingestellt, der grund dafür womöglich ist im titel dieses eintrages zu erkennen. mühsam ernährt sich das eichhörnchen, das ist mir sicherlich klar. und im unterricht sind auch kleine fortschritte zu verzeichnen. aber in meinem alltag hilft mir das leider gar nicht weiter. womöglich weiß man schon, dass ich angefangen habe, hier in einer recht guten volleyballmannschaft mitzuspielen. macht mir irrsinnig spaß, und die knie halten bisher auch, toi toi toi. aber was nicht hält ist meine geduld mit mir selbst. insbesondere heute überkam mich eine welle von genervtheit, weil ich selbst das gängige volleyball-vokabular nicht auf die reihe bekomme. geschweige denn, dass ich verstehe, was der trainer sagt. oder dass ich was sagen könnte. mpfh. volle knäcke enttäuschung. ich versuche ständig, mich daran zurückzuerinnern, wie das in rumänien war. ich erinnere mich nicht. eines tages konnte ich es einfach. auch so kleine, nette floskeln. ein paar witzchen. das fehlt mir so.
andererseits was gutes: am sonntag fahr ich mit theo nach lodz und schau mir ne 6er wg an! ich hoffe, dass das mit dem zimmer klappt, dann würde ich nämlich tatsächlich mit muttersprachlern zusammenwohnen! also, wenn ihr zeit habt, drückt mir doch bitte die daumen!
wahnsinn, drei sätze mit ausrufezeichen am ende. das muss mich ja wirklich richtig bewegen. ausgebessert wird nix, alles bleibt.
und dann habe ich noch zwei mitteilungen an die welt:
pierwsza: ich habe eine kleine zusammenstellung einiger eindrücke meines lebens hier online gestellt. wer also mag, polen 1 ist abrufbereit unter: http://www.youtube.com/watch?v=6Dq_l56ZFfc
druga: im unterricht singen wir ständig ein Lied, von dem mich ein ganz bestimmter teil so ziemlich ständig begleitet drinnen in meinem kopf, wenn die sonne scheint und auch wenn sie nicht scheint. ratet doch mal, welcher teil das ist, wenn ihr zufällig auf folgendes lied stoßt: "Ktos mnie pokochal" ( http://www.youtube.com/watch?v=AShemiKUajc )
andererseits was gutes: am sonntag fahr ich mit theo nach lodz und schau mir ne 6er wg an! ich hoffe, dass das mit dem zimmer klappt, dann würde ich nämlich tatsächlich mit muttersprachlern zusammenwohnen! also, wenn ihr zeit habt, drückt mir doch bitte die daumen!
wahnsinn, drei sätze mit ausrufezeichen am ende. das muss mich ja wirklich richtig bewegen. ausgebessert wird nix, alles bleibt.
und dann habe ich noch zwei mitteilungen an die welt:
pierwsza: ich habe eine kleine zusammenstellung einiger eindrücke meines lebens hier online gestellt. wer also mag, polen 1 ist abrufbereit unter: http://www.youtube.com/watch?v=6Dq_l56ZFfc
druga: im unterricht singen wir ständig ein Lied, von dem mich ein ganz bestimmter teil so ziemlich ständig begleitet drinnen in meinem kopf, wenn die sonne scheint und auch wenn sie nicht scheint. ratet doch mal, welcher teil das ist, wenn ihr zufällig auf folgendes lied stoßt: "Ktos mnie pokochal" ( http://www.youtube.com/watch?v=AShemiKUajc )
Sonntag, 6. September 2009
no regrets - no resets
warszawa orange festival mit wunderbarer musik: razorlight, mgmt, groove armada... sehr zum schwärmen und genießen. und auch noch ein jüdisches festival nahe Swietkorzyska, ein schier unglaubliches flair. wir haben vieles ausprobiert, aufregend, neu, mindblowing.
aber eines wird mir klar. some things never change. egal, wohin ich gehe, das meiste bleibt bestehen. no resets. there's things you just have to deal with. aber auch: no regrets. besser, ich nehme es so, wie es war und ist und bleiben wird. insofern: witamy w wisdom. dobranoc.
aber eines wird mir klar. some things never change. egal, wohin ich gehe, das meiste bleibt bestehen. no resets. there's things you just have to deal with. aber auch: no regrets. besser, ich nehme es so, wie es war und ist und bleiben wird. insofern: witamy w wisdom. dobranoc.
Donnerstag, 3. September 2009
My new field of studies: International relations
Wobei, vielleicht ist das gar nicht so neu für mich, aber immer wieder spannend: Die Beobachtung des Verhaltens verschiedener Nationen (und natürlich auch Charaktere, aber das ist dann was psychologisches) in einer „Feldstudie“. Konklusionen gibt’s vorerst mal keine, aber eine Menge Thesen oder zumindest Gedankenansätze.
Was fällt mir zuerst auf: Franzosen: eine sehr offene, nette Truppe, die sich immer wieder gerne unter andere Nationalitäten mischt und eifrig Fremdes aufnimmt. Eher ein ruhigerer Menschenschlag, der allerdings nicht im Hintergrund verschwindet, sondern vielmehr durch ein gewisses savoir-vivre und Charme stets präsent ist.
Finnen / Schweden werfe ich mal in einen Topf: Ich stelle fest, dass hier ein übermäßig großes Freak-Potential vorherrscht. Nicht unbedingt unangenehm, aber echt schräg. Ein unsagbar wertvoller Aspekt: durch die Freakigkeit bringen sie mich immer wieder zum Schmunzeln oder Lachen, und nicht nur ich muss an mich halten, sondern auch viele andere. Somit würde ich sagen, sie sind bisher die besten Brückenbauer, die ich getroffen habe, wennngleich auch sicherlich auf unpersönliche und ungewohnte Weise.
Spanier: In meinem Fall zwei zurückhaltende Beobachtungsobjekte, die als Pärchen harmonisch auftreten und sich langsam rantasten an die Gruppe. Womöglich auch bedingt durch einen doch merklichen Alterunterschied (immerhin Ende 20) zum Rest der Bande führen wir ziemlich ernsthafte und gute Gespräche, soweit das mit der wohl doch eher klassisch spanischen Fremdsprachenausbildung möglich ist.
Türken: Ein Haufen für sich. Die Jungs sind ziemlich offensiv, was ihre Annäherungsversuche an die Frauen der Gruppe anbelangt, was ich persönlich eher anstrengend finde, andere wiederum mit offenen Armen annehmen, aber da soll mal jede / r machen was er / sie will. Unter uns ist jedoch keine andere Nationalität, die so viel von ihrer Heimat erzählt wie die Türken. Ständig werden uns türkische Wörter beigebracht, türkisches Essen gekocht, türkische Nationalhelden genannt. Ein bisschen frage ich mich schon, wozu man ins Ausland geht, wenn man sich dann doch alles so einrichtet wie zu Hause?! Das finde ich shon auffällig und mitunter auch anstrengend, da ich ja hauptsächlich hier bin, um ins Polnische reinzuschnuppern. Nichtsdesto trotz sind auch irrsinnig nette und unterhaltsame Typen dabei und ganz liebe Mädels. Interessanter Aspekt auch: Wie Grundschüler das eben so machen, haben wir über die Berufe unserer Eltern gesprochen, und bei 100 % (!) der türkischen Erasmusianer gingen die Väter einem Beruf nach und die Mütter waren zu Hause. Diese Spuren von Patriarchat wie ich es nennen möchte meine ich auch im Verhalten der Mädchen wiederzuerkennen. Spannend spannend.
Die Gruppe der Deutschen ist für mich natürlich noch weniger objektiv zu beschreiben als alle anderen. Verzichte ich deshalb darauf? Mh... Freaks sind bei uns schon auch dabei, mancher einfacher zu nehmen als andere. Und Aufreißer gibt’s auch. Und Brückenbauer auch. Dabei möchte ich es mal belassen.
Was fällt mir zuerst auf: Franzosen: eine sehr offene, nette Truppe, die sich immer wieder gerne unter andere Nationalitäten mischt und eifrig Fremdes aufnimmt. Eher ein ruhigerer Menschenschlag, der allerdings nicht im Hintergrund verschwindet, sondern vielmehr durch ein gewisses savoir-vivre und Charme stets präsent ist.
Finnen / Schweden werfe ich mal in einen Topf: Ich stelle fest, dass hier ein übermäßig großes Freak-Potential vorherrscht. Nicht unbedingt unangenehm, aber echt schräg. Ein unsagbar wertvoller Aspekt: durch die Freakigkeit bringen sie mich immer wieder zum Schmunzeln oder Lachen, und nicht nur ich muss an mich halten, sondern auch viele andere. Somit würde ich sagen, sie sind bisher die besten Brückenbauer, die ich getroffen habe, wennngleich auch sicherlich auf unpersönliche und ungewohnte Weise.
Spanier: In meinem Fall zwei zurückhaltende Beobachtungsobjekte, die als Pärchen harmonisch auftreten und sich langsam rantasten an die Gruppe. Womöglich auch bedingt durch einen doch merklichen Alterunterschied (immerhin Ende 20) zum Rest der Bande führen wir ziemlich ernsthafte und gute Gespräche, soweit das mit der wohl doch eher klassisch spanischen Fremdsprachenausbildung möglich ist.
Türken: Ein Haufen für sich. Die Jungs sind ziemlich offensiv, was ihre Annäherungsversuche an die Frauen der Gruppe anbelangt, was ich persönlich eher anstrengend finde, andere wiederum mit offenen Armen annehmen, aber da soll mal jede / r machen was er / sie will. Unter uns ist jedoch keine andere Nationalität, die so viel von ihrer Heimat erzählt wie die Türken. Ständig werden uns türkische Wörter beigebracht, türkisches Essen gekocht, türkische Nationalhelden genannt. Ein bisschen frage ich mich schon, wozu man ins Ausland geht, wenn man sich dann doch alles so einrichtet wie zu Hause?! Das finde ich shon auffällig und mitunter auch anstrengend, da ich ja hauptsächlich hier bin, um ins Polnische reinzuschnuppern. Nichtsdesto trotz sind auch irrsinnig nette und unterhaltsame Typen dabei und ganz liebe Mädels. Interessanter Aspekt auch: Wie Grundschüler das eben so machen, haben wir über die Berufe unserer Eltern gesprochen, und bei 100 % (!) der türkischen Erasmusianer gingen die Väter einem Beruf nach und die Mütter waren zu Hause. Diese Spuren von Patriarchat wie ich es nennen möchte meine ich auch im Verhalten der Mädchen wiederzuerkennen. Spannend spannend.
Die Gruppe der Deutschen ist für mich natürlich noch weniger objektiv zu beschreiben als alle anderen. Verzichte ich deshalb darauf? Mh... Freaks sind bei uns schon auch dabei, mancher einfacher zu nehmen als andere. Und Aufreißer gibt’s auch. Und Brückenbauer auch. Dabei möchte ich es mal belassen.
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