Wobei, vielleicht ist das gar nicht so neu für mich, aber immer wieder spannend: Die Beobachtung des Verhaltens verschiedener Nationen (und natürlich auch Charaktere, aber das ist dann was psychologisches) in einer „Feldstudie“. Konklusionen gibt’s vorerst mal keine, aber eine Menge Thesen oder zumindest Gedankenansätze.
Was fällt mir zuerst auf: Franzosen: eine sehr offene, nette Truppe, die sich immer wieder gerne unter andere Nationalitäten mischt und eifrig Fremdes aufnimmt. Eher ein ruhigerer Menschenschlag, der allerdings nicht im Hintergrund verschwindet, sondern vielmehr durch ein gewisses savoir-vivre und Charme stets präsent ist.
Finnen / Schweden werfe ich mal in einen Topf: Ich stelle fest, dass hier ein übermäßig großes Freak-Potential vorherrscht. Nicht unbedingt unangenehm, aber echt schräg. Ein unsagbar wertvoller Aspekt: durch die Freakigkeit bringen sie mich immer wieder zum Schmunzeln oder Lachen, und nicht nur ich muss an mich halten, sondern auch viele andere. Somit würde ich sagen, sie sind bisher die besten Brückenbauer, die ich getroffen habe, wennngleich auch sicherlich auf unpersönliche und ungewohnte Weise.
Spanier: In meinem Fall zwei zurückhaltende Beobachtungsobjekte, die als Pärchen harmonisch auftreten und sich langsam rantasten an die Gruppe. Womöglich auch bedingt durch einen doch merklichen Alterunterschied (immerhin Ende 20) zum Rest der Bande führen wir ziemlich ernsthafte und gute Gespräche, soweit das mit der wohl doch eher klassisch spanischen Fremdsprachenausbildung möglich ist.
Türken: Ein Haufen für sich. Die Jungs sind ziemlich offensiv, was ihre Annäherungsversuche an die Frauen der Gruppe anbelangt, was ich persönlich eher anstrengend finde, andere wiederum mit offenen Armen annehmen, aber da soll mal jede / r machen was er / sie will. Unter uns ist jedoch keine andere Nationalität, die so viel von ihrer Heimat erzählt wie die Türken. Ständig werden uns türkische Wörter beigebracht, türkisches Essen gekocht, türkische Nationalhelden genannt. Ein bisschen frage ich mich schon, wozu man ins Ausland geht, wenn man sich dann doch alles so einrichtet wie zu Hause?! Das finde ich shon auffällig und mitunter auch anstrengend, da ich ja hauptsächlich hier bin, um ins Polnische reinzuschnuppern. Nichtsdesto trotz sind auch irrsinnig nette und unterhaltsame Typen dabei und ganz liebe Mädels. Interessanter Aspekt auch: Wie Grundschüler das eben so machen, haben wir über die Berufe unserer Eltern gesprochen, und bei 100 % (!) der türkischen Erasmusianer gingen die Väter einem Beruf nach und die Mütter waren zu Hause. Diese Spuren von Patriarchat wie ich es nennen möchte meine ich auch im Verhalten der Mädchen wiederzuerkennen. Spannend spannend.
Die Gruppe der Deutschen ist für mich natürlich noch weniger objektiv zu beschreiben als alle anderen. Verzichte ich deshalb darauf? Mh... Freaks sind bei uns schon auch dabei, mancher einfacher zu nehmen als andere. Und Aufreißer gibt’s auch. Und Brückenbauer auch. Dabei möchte ich es mal belassen.
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Weiterhin viel Spaß beim Beobachten, Beschreiben und Bewerten Deiner Umgebung. Was die anderen wohl über Dich denken?
AntwortenLöschenhaaaalllosen ella!
AntwortenLöschenMENSCH, ENDLICH, endlich haben wir hier aus dem fernen miemandsland namens meseta deine nachrichten und neuigkeiten gelesen :)
uiui, da sind schon soo viele fragen da, die unbedingt mal geklaert werden muessen ;)
denken viiiel an dich!
herzallerliebste gruesse von den wandersleuten!
Sag mal zu den Schweden: Van-Helvede Van Fedden!!! Vielleicht verstehens die ja ;-)