Mittwoch, 16. September 2009

Stille im Weltall

es ist wieder an der Zeit und auch die Umstände lassen es zu, dass ich meinem "medialen mitteilungswillen" freien lauf lasse. was ist passiert in den letzten tagen? nun, einige versäumnisse auf seiten der organisatoren dieses sprachkurses hier haben dazu geführt, dass ich von Freitag bis Dienstag eine neue erfahrung in meinem leben machen durfte. die ganze truppe hier musste in ein anderes wohnheim ziehen. klingt nicht sonderlich spannend, war allerdings wirklich was zum gewöhnen. ich selbst fand es wirklich eindrucksvoll, einige andere aus unserer gruppe allerdings so untragbar, dass sie es vorgezogen haben, für diese 5 Tage in ein hostel umzuziehen. ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich kann mir schon vorstellen, dass so einige Wohnheime hier so oder so ähnlich aussehen. Gökcan, eine junge Frau aus unserer Truppe, war gestern z.B. im Wohnheim der Politechnika Universität und wünschte sich, als sie von dort zurückkam, dass sie in jenem Bau verbleiben dürfe, den wir nur für kurze Zeit unser Heim nannten (andere bevorzugten den namen gulag...). jedenfalls empfand ich es schon als eine spannende erfahrung, so zu leben. hat mich irgendwie auch an meine zeit in dem rumänischen krankenhaus erinnert. ich bitte darum, mich nicht falsch zu verstehen. ich möchte mich nicht beschweren über dieses wohnheim, ich schätze mal, ich bin wohl eher eine derjenigen, die damit am besten klar kam, vielleicht, weil ich es nicht verurteilt sondern einfach erlebt habe. es ist aber einfach nicht das, was wir in deutschland, frankreich, spanien, türkei, finnland, schweden, italien darunter verstehen, die gesichter und kommentare meiner Gruppe hier sprechen bände darüber. und eines möchte ich sicher auch nicht: das ganze hier in misskredit bringen. das wohnheim, in das ich gestern wieder zurückziehen durfte, ist um klassen besser und wirklich gut bewohnbar! also, macht euch bitte kein falsches bild von meinem wunderbaren polen. aber ich möchte auch keine fakten verstecken. deshalb hier der link zu einem video, das unser gulag zeigt: http://www.youtube.com/watch?v=gNsc6IzoPP8

mh, ich weiß nicht, ob ich mich mit diesem post so ganz gut fühle... aber ich denke, ich habe auch schon andere, wunderschöne seiten meines polens veröffentlicht, und ich bin mir sicher, dass noch viele weitere folgen werden, insofern agiere ich hier nicht polemisch, oder wie seht ihr das?


am sonntag war wahrlich ein tag, an dem die sonne schien für mich in mehrerlei hinsicht: ich brach nach lodz auf, um mir ein heim zu suchen und hatte erfolg! jene wg, von der ich bereits schrieb, werde ich in bälde als meine adresse nennen können und freue mich irre darauf. und auch eine tolle sache: ich habe es geschafft, mir alleine auf polnisc ein rückfahrticket nach warschau zu kaufen. klingt nach einer kleinigkeit, die es wohl auch ist, aber für mich hier ist das ein erfolgserlebnis, wie balsam für die seele. und noch viel besser: in meiner polnisch-sprech-übung-euphorie habe ich dann sogar rasufinden können, dass der zug, in dem ich saß, nicht nach warschau fährt, sondern richtung krakau aufbricht, insofern hat mir mein übe-drang also auch noch geholfen ;-).


in dieser woche ist nun theater-workshop angesagt und wir werden hochkarätig betreut. die herausforderung: die übungen, die wir machen, erfordern unser multitasking: wir müssen uns eigene plots und settings zu vorgegebenen themen überlegen und auch die texte selbst erfinden - po polsku, oczywiscie. (da hilft uns aber jemand, damit der grammatik auch tribut gezollt sei...) ach so, und das ganze dann natürlich noch performen. wie ihr euch vorstellen könnt, macht mir das ziemlich spaß :-) !


uff, genug der neuigkeiten so far, würde ich sagen, hm?!


herzlichste grüße aus dem 'melting pot' dom studencki męsik!

1 Kommentar:

  1. ach chrissi, ich lese mit Begeisterung von deinem Polen! Schön dich so fröhlich zu hören :) aber kribbelt es dir nicht am ganzen Körper, wenn du an euer hübsches Wohnheim denkst? greets ausm Westen

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